Die unsichtbaren Hunde Apuliens

„I cani che non si vedono“

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Wir möchten den Hunden helfen, die nicht gesehen werden.

 

Die Situation in Italien

In Italien gibt es offiziell ca. 700.000 Straßenhunde, die inoffiziellen Zahlen sind aber weitaus höher. Davon leben alleine 80.000-90.000  in der Region Apulien, im Stiefelabsatz Italiens. Sie leben in den Städten, laufen über stark befahrene Straßen und liegen vor den Geschäften und Restaurants der Touristenregionen in der Hoffnung hier etwas Essbares zu finden.

Nur wenige werden tatsächlich wahrgenommen. Sie sind unsichtbar, unauffällig und gehören längst zum Stadtbild 1460004_1416384958599287_1698498243_ndazu. Viele von ihnen sind krank, verletzt, haben Leishmaniose, sind übersät von Zecken und 90%  dieser Hunde sind nicht kastriert. Eigentlich sind die Gemeinden für die Kastrationen der Straßenhunde zuständig, so steht es im italienischen Tierschutzgesetz, doch an der Umsetzung hapert es. So vermehren sie sich weiter, gebären ihre Jungen in verlassenen Ruinen oder Gärten und kämpfen um ihr Überleben. Doch sie haben wenigstens eines: ihre Freiheit.

Ganz anders sieht dies in vielen der italienischen Canili (Tierheimen), gerade im Süden des Landes, aus. Dort werden hunderte Hunde auf engstem Raum eingepfercht. Bis auf einige Ausnahmen, werden die Hunde nur notdürftig versorgt von dem Geld, was die Gemeinden den Canilebetreibern zur Verfügung stellen (Die Beträge variieren zwischen 1-5 € / Hund). Doch bei den Tieren kommt das Wenigste an.

Und: sie sind gefangen auf Lebenszeit, denn Adoptionen gibt es in solchen Canili nicht.

IMG_1468 (1000x667)Im Jahr 2013 wurden in ganz Italien Schätzungen zufolge ca. 60.000 Hunde ausgesetzt. Die Dunkelziffer ist sicherlich höher, denn viele der Tiere sind nicht registriert bzw. gechippt. Sind die Hunde zu alt, krank, oder bringen Hündinnen unerwünschten Nachwuchs zur Welt, so werden die Jungen oftmals einfach ausgesetzt. Jedes Jahr, besonders zur Urlaubszeit bekommen die italienischen Tierschützer unzählige Hilferufe, finden frisch ausgesetzte Tiere auf der Straße, die es zu versorgen gilt – denn diese Tiere sind das Leben ohne den Menschen nicht gewöhnt, sie sind es nicht gewöhnt sich ihr Futter selbst zu suchen und fallen auch öfter Verkehrsunfällen zum Opfer.

 

Doch was tun?

 

Das Problem der Straßen- und Canilehunde muss ganzheitlich gelöst werden.
Der beste Ansatz sind hier konsequente Kastrationen und die Aufklärung der Bevölkerung zum Thema Tierschutz, Kastrationen und einer verantwortungsvollen Hundehaltung.

Die Haus- und Hofhunde in Italien sind zum größten Teil nicht kastriert. Gerade im Süden des Landes machen sich ihre Besitzer hierum kaum Gedanken und lassen die unkastrierten Hunde unbeaufsichtigt auf den Straßen herumlaufen. Sie tragen unmittelbar zum Vermehrungszyklus der Straßenhunde bei.

 

Mit unserem Konzept möchten wir das Problem an der Wurzel bekämpfen.

Ange und Iris, Gründerinnen des Vereins, sind direkt vor Ort in Süditalien (Apulien) tätig und engagieren sich zusammen mit italienischen Tierschützern für die Unterbringung der Straßenhunde in meist IMG_1900 (700x467)offenen aber gesicherten Territorien wie z.B. Fabrikgeländen, abseits gelegenen Olivenhainen oder Privatgrundstücken. Unsere Arbeit besteht darin die Straßenhundrudel mit Futter und Wasser zu versorgen, konsequent zu kastrieren, kranke Tiere tierärztlich betreuen zu lassen und neue Hunde in bestehende Gruppen zu integrieren.

Der Kontakt zur Bevölkerung und der ständige Diskurs und die Aufklärung über Kastrationen auch bei Tieren in Privathaushalten sowie die Einbeziehung der Einheimischen in die Betreuung der Hundegruppen sind uns ein besonders wichtiges Anliegen. Und wir kümmern uns nicht nur um Hunde, auch Katzen werden bei uns betreut und kastriert.

Das Problem löst sich nicht indem Hunde massenhaft nach Deutschland oder Österreich vermittelt werden:  Es muss vor Ort, direkt in Italien angegangen werden!

 

Warum sind Kastrationen so wichtig?

 

Ein gesundes Hundepärchen allein kann innerhalb von 6 Jahren weitere 60.000 Hunde produzieren, wenn deren Nachkommen nicht kastriert werden! Ein Fass ohne Boden, dem man entgegen wirken MUSS!

Doch es gibt weitere wichtige Gründe für Kastrationen:

IMG_1770 (700x467)Die Rüden kämpfen ständig um läufige Weibchen, verletzen sich dabei oder rennen triebgesteuert über stark befahrene Straßen. Läufige Hündinnen werden nun tagelang von Gruppen von Rüden durch die Straßen gejagt, gebären mindestens zweimal im Jahr Welpen, von denen die Mehrzahl dann an einer Infektion oder an Futtermangel stirbt. Sie infizieren sich zudem beim Deckakt oft mit Gebärmuttererkrankungen, Mammatumoren oder Stickersarkome. Eine Trächtigkeit belastet den Körper der Hündinnen sehr, sie magern ab, haben ein geschwächtes Immunsystem und sind anfällig für jede Art von Krankheit.

Durch Kastrationsaktionen möchten wir helfen,  eine kleinere und gesündere Hundepopulation zu schaffen.  Das Einfangen und Einsperren stellt keine Lösung des Problems dar, sondern wirkt einer Verbesserung sogar entgegen, da unkastrierte Tiere den nun freigewordenen Raum einnehmen und aufgrund des größeren Nahrungsangebotes noch mehr Nachwuchs produzieren.

 

Kastrationen sind die einzig langfristige und wirksame Hilfe für die Straßenhunde!

Helfen Sie uns Veränderung zu bewirken!

Ihr Tierfreunde Italien Team

Danke von Herzen!