andere Tour – andere Straßenhunde

Am Samstag bin ich auf Tour mit  Tierschützerinnen, die sich täglich um Straßenhunde in den Bezirken Manduria und Uggiano kümmern.

Unsere erste Begegnung findet statt mit Jacky, der übrigens berühmt ist, weil er als erster Hund in die Kirche durfte als sein Herrchen gestorben war. Jacky war auch schon mit seiner Geschichte in der Tageszeitung.

Der Vorteil für ihn ist, dass die Leute ihn dulden und auch ab und  zu mit Futter und Streicheleinheiten versorgen. Doch die Hauptversorgung machen immer noch die beiden Tierschützerinnen.

Als nächstes fahren wir zu Marta, sie lebt auf einer Schotterstraße weit entfernt von der Hauptstraße, so dass sichergestellt ist, dass sie nicht zum Verkehrsopfer wird. Bei schlechtem Wetter darf sie auf die Terrasse einer Anwohnerin, so dass sie nicht ungeschützt bei Wind und Regen alleine draußen sein muss. Auch sie wird reichlich mit einer Mahlzeit aus Nudeln, Fleisch und Dosenfutter bedacht welches sofort gierig verschlungen wird. Das zusätzlich hinterlassene Trockenfutter wird für abends reserviert.

Weiter geht es zu Liuk, der auf einem Grundstück untergekommen ist bei einem Herrn, der sich liebevoll um ihn kümmert, jedoch selber nicht viel zum überleben hat. Der Mann ist behindert und bekommt eine minimale Rente von 200 €, mit der er alleine nicht auskommt. Futter für Liuk ist da nicht mehr drin. Die Mädels versorgen ihn mit Dosenfutter und säckeweise Trockenfutter, so dass die Ernährung von Liuk gesichert ist. Bald soll Liuk noch einen Kumpel bekommen. Tobia, den wir bereits von Genny´s Touren kennen, muss von der Straße weg, weil er ständig hinter fahrenden Autos herläuft und er dadurch zu sehr gefährdet ist. Der Mann ist einverstanden, sich auch noch um Tobia zu kümmern, wenn er das Futter gestellt bekommt.

Auf geht’s zur Tanke, da hängt Mery, eine schwarze Labradorhündin rum, zweimal hupen und rufen, schon hüpft sie fröhlich hinter dem Auto her zum Futterplatz. Sie hat ihre Unterkunft in einem verlassenen Gebäude direkt neben der Tankstelle. Schnell wird das Mal verschlungen, sie bekommt noch eine kleine Pizza mit auf den Weg zurück zur Tanke, da ist sie nicht alleine und bekommt ab und zu Streicheleinheiten.

Auf dem Weg nach Uggiano besuchen wir noch kurz Lola und Cindy, zwei Hündinnen die von einer anderen Tierschützerin täglich gefüttert und versorgt werden. Hier verteilen wir Streicheleinheiten und schauen, ob die Unterkunft noch in Ordnung ist. Alles ist ok, Wasser und Trockenfutter sowie Decken vorhanden.

Kurz bevor wir weiterfahren läuft uns ein Setter über dem Weg. Diesen Hund kennt noch keiner, selbstverständlich wird angehalten und erst mal gefüttert und geschaut, ob er nicht verletzt ist. Die Tierschützerinnen vermuten, dass es sich mal wieder um ein ausgesetztes Tier handelt. Alles weitere muss morgen erledigt werden weil Alfredino und Scott warten.

Die Jungs leben auf einem verlassenen Grundstück und sind ganz aufgeregt, als sie das Auto hören. Hier brauchen wir nicht hupen, wir werden sehnsüchtig erwartet.

Ich habe diese Tour das erste mal mitgemacht und kann mir vorstellen wie diszipliniert man sein muss, um diese Versorgung der Straßentiere tagtäglich zu erledigen. Das machen die Tierschützer seit Jahren, egal bei welcher Witterung, sie erfreuen sich am Wohlergehen der Straßenhunde. Es erfüllt mich mit Freude zu sehen wie harmonisch die Verbindung zwischen den Tierschützern und diesen Hunden ist.
Das Frühjahr steht vor der Tür und somit auch jede Menge Ungeziefer, welches von den Hunden fern gehalten werden muss, um Krankheiten zu vermeiden. Wir werden uns jetzt intensiv um Parasitenschutz bemühen und die Hunde schützen, auch hierüber werde ich dann berichten.
Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und bedankte mich bei jedem der sich irgendwann für wehrlose Tiere einsetzt, egal wie und egal wann!
Eure Ange

One Response to “andere Tour – andere Straßenhunde”

  1. Mir kommen immer die Tränen, wenn ich eure Berichte lese. Ich bin sehr froh, dass es Menschen wie euch gibt, die sich um die Tiere kümmern und Menschen wie der behinderte Rentner oder die Frau, die ihre Terrasse zur Verfügung stellt…Ihr leistet tolle Arbeit!

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