Aufbegehren gegen die Ignoranz

Donnerstag fand in Manduria eine öffentliche Diskussion über die Einrichtung einer Kranken- und Kastrationsstation für die Streuner statt, an der wir natürlich teilgenommen haben. Eine solche Station gab es bereits für eine kurze Zeit im letzten Jahr. Nachdem das öffentliche Tierheim (Canile) in Manduria geschlossen wurde, hat man dort auf dem Gelände eine solche Krankenstation betrieben. Aufgrund vieler Beschwerden, unter anderem gegen die hygienischen Zustände, wurde dann auch diese Einrichtung vor etwa einem Jahr geschlossen. Seither werden so gut wie keine kostenlosen Kastrationen von Streunern durch das Veterinäramt durchgeführt. Dies ist ein großer Rückschritt mit schlimmen Folgen. Hunde und Katzen pflanzen sich ungehindert fort und das Tierelend nimmt weiter zu. Die Arbeit der letzten Jahre und die positive Entwicklung der Eingrenzung der Geburten werden damit zunichte gemacht. Tierschützer und sozial- und umweltbewusste Politiker aus Apulien haben mit Hilfe einer Petition mit etwa 1.400 Unterschriften von Bürgern aus Manduria und Umgebung die Neueröffnung der Einrichtung verlangt. Auch wir waren hier nicht untätig und konnten in einigen Restaurants Unterschriftslisten auslegen, die dann auch von den uns bekannten und unserer Arbeit zugewandten Gastwirten beworben wurden und viele zusätzliche Stimmen einbrachten.
An dieser Diskussion nahmen neben namhaften politisch engagierten Tierschützern auch der Bürgermeister von Manduria, der Amtstierarzt Antonio Profico und der für die Streuner zuständige Abgeordnete der Nachbargemeinde Maruggio teil. Dieser erwähnte auch als besonders positive Maßnahme in seiner Gemeinde die mit uns geplante Kastratrations-Initiative für Tiere aus Privathaushalten, die bisher freilaufend und ungechippt wesentlich zur Fortpflanzung beitragen. An dieser Stelle gab es sehr viel Beifall. Die Zeitschrift „La Voce di Manduria“ hat gestern hierzu einen Livestream auf ihrer Seite veröffentlicht. Unter dem Titel CANILE SANITARIO kann man die gesamte Diskussion verfolgen unter https://www.lavocedimanduria.it/ . Die Erwähnung unseres Projektes mit der Gemeinde Maruggio durch den Abgeordneten findet ihr im Zeitrahmen des Videos von Minute 32.30 – 33.55. Wir sind natürlich sehr stolz darauf, dass wir hier schon einen kleinen Fortschritt erzielt haben und dass dies auch so positiv von den italienischen Bürgern zur Kenntnis genommen wird.

Wir hoffen dass diese Bewegung etwas verändert in Manduria und dass es endlich hier ein vernünftiges Konzept gibt, dass den Tieren hilft und die Versorgung der kranken Tiere sowie die dringend notwendigen Kastrationen sicherstellt.

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