Neue und alte Patienten

Rocky hat sich weiter erholt und sieht schon wieder viel besser aus. Auf der Pflegestelle hat er  nun eine Freundin gefunden mit der er den Tag verbringt. Er ist zwar immer noch etwas schlapp, aber man darf ja auch keine Wunder erwarten. Er macht Fortschritte und das ist super.

Jack war inzwischen in der Tierklinik in Bari. Hier wurde eine neurologische Untersuchung durchgeführt. Die auf solche Fälle spezialisierte Tierärztin vermutet, dass es sich um eine genetisch bedingte Rückenmarkerkrankung handelt. Dies wäre sehr schlimm weil dann eine Heilung nicht möglich ist. Es wurde Blut entnommen und wir warten noch auf die Ergebnisse der Analysen, die uns dann Klarheit bringen werden. Jack geht es  nicht gut, seine Beschwerden werden immer schlimmer. Aber wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben und werden weiter kämpfen.

Vor einigen Tagen wurden wir dann von unserem Tierarzt dringend um Hilfe gebeten. Thea, eine an Leishmaniose und Niereninsuffizienz erkrankte Hündin muss ambulant versorgt werden. Das Herrchen ist behindert und kann das kranke Tier nicht versorgen. Das Veterinäramt hatte bereits beschlossen die Hündin  in ein Canile zu bringen. Wer hier die Verhältnisse in den meisten Canili kennt weiss, dass dies die schlechteste Lösung für ein Tier ist. Also hat Ange die Pflege in Zusammenarbeit mit dem Arzt übernommen. Das Amt hat sich bereits davon überzeugt dass die Behandlung gut läuft und Thea kann bei ihrem Herrchen bleiben, der sehr an der Hündin hängt. Leider sehen die Blutwerte sehr schlecht aus und die Nieren sind bereits zu 80 % geschädigt.  Wir haben inzwischen  noch Hilfe von einer hier ansässigen deutschen Ernährungsberaterin. Sie beschäftigt sich u.a. mit der homöopathischen Behandlung von Tieren und hat uns schon viele gute Tipps gegeben. Wir werden nun alle gemeinsam versuchen Thea zu helfen und zu vermeiden dass sie unnötig leiden muss.

Der Tierarzt hat für die Pflege zuhause die Tabletten liebevoll zusammengestellt. Die Hündin benötigt täglich eine Spritze. Sie ist extrem dünn und hat wenig Appetit. Wir kochen ihr täglich eiweißarmes Essen, um ihre Nieren zu schonen. Die Chancen für Thea sind gering aber wir wollen sie nutzen.

In unserem Haus befinden sich weitere Patienten, die alle lebenslange Pflege brauchen:

Viola, unsere Westhighland-Hündin wurde in Taranto auf der Straße ausgesetzt.  Als wir sie aufnahmen litt sie an Babesiose, Sarcoptes-Räude und einer extremen Futtermittel-Allergie. Da sie sich ständig biss und kratzte war kaum feststellbar welche ihrer zahlreichen Erkrankungen hierfür verantwortlich war. Nach nunmehr 2 Jahren  sind Babesiose und Sarcoptes besiegt, aber sie leidet  immer noch an Juckreiz obwohl verschiedene Tierärzte bereits vieles versucht haben. Seit unsere Ernährungsberaterin sich ihrer angenommen hat, geht es ihr aber jetzt schon deutlich besser.  Vielleicht können wir sie doch noch ganz vom Juck befreien.

Fussel aus der Mülltonne hat sich von ihrem erbärmlichen Zustand, in dem wir sie letztes Jahr vorgefunden haben, gut erholt. Die Leishmaniose haben wir dank der Medikamente im Griff. Sie ist eine selbstbewußte Hündin geworden, die es genießt vom Sofa aus Regie zu führen.

Auch Kali hat sich vom Straßenhund zum  Couch Potato entwickelt. Er hat ebenfalls Leishmaniose und ein Bein kann wegen eines alten unbehandelten Bruchs nicht mehr genutzt werden. Da es ihn jedoch nicht stört kommt eine Amputation nicht in Frage.

Ricky hatten wir mit italienischen Tierschützern vor über 2 Jahren aus einem der schlimmsten Canili befreit zusammen mit seinen Leidensgenossen Lele und Pepino. Er wurde zunächst von Valentina  mit den beiden anderen auf ihrem Grundstück aufgenommen. Dann konnte er kurzzeitig vermittelt werden.  Aufgrund seiner schlimmen Vergangenheit war er aber extrem verstört und unzugänglich. So haben wir ihn dann zurückgeholt und seither lebt er bei uns. Inzwischen ist er vollständig blind und leider immer noch verstört. Aber er hat einen gesegneten Appetit, schläft viel und schlägt sich tapfer durchs Leben. Seine beiden Kumpels aus dem Canile sind inzwischen gestorben. Ricky ist körperlich noch recht fit. Er muß jetzt etwa 15 Jahre alt sein.

Matteo haben wir vor einigen Monaten übernommen,  er hatte eine lebensbedrohliche Parvovirose. Er hing fast rund um die Uhr am Tropf und es hat lange gedauert bis er sich wieder etwas erholt hat und selbständig Nahrung aufnehmen konnte. Wir hatten die Hoffnung fast aufgegeben. Nun hat er es aber  überstanden. Leider hat ein Bluttest ergeben, dass auch er Leishmaniose positiv ist.  Inzwischen ist er 8 Monate alt und wir können uns nicht mehr von ihm trennen.

Wie man an diesen Beispielen sieht ist Leishmaniose hier ein ständiges Thema. Die meisten Hunde sind davon betroffen. Sobald es hier nun wieder wärmer wird werden wir erneut die Halsbänder gegen Zecken & Co verteilen. Diese schützen auch vor der gefährlichen Sandmücke, die den Erreger der Leishmaniose überträgt.

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