Schwierige Tage

Die letzten Tage waren für uns eine große Herausforderung. Tage an denen man darüber nachdenkt ob das was man hier macht überhaupt einen Sinn hat.
Von den sicher geglaubten acht Welpen von Diana mussten wir nach massiven Drohungen gegen eine italienische Tierschützerin vier zurückgeben an den ehemaligen Besitzer, der seine vorherigen Entscheidungen und Zusagen alle über den Haufen geschmissen hatte. Auch Diana konnten wir die Rückkehr nicht ersparen. Unser erster Gedanke war, ihm die Hunde abzukaufen. Davon wurde uns jedoch von den italienischen Tierschützern dringend abgeraten. Dies würde sich sofort herumsprechen und einen neuen Geschäftszweig eröffnen. Also haben wir ihm schweren Herzens die von ihm ausgesuchten vier Kleinen überlassen. Er hat sich zumindest damit einverstanden erklärt, dass wir hin und wieder nach ihnen schauen dürfen. Wir werden sie weiter mit Welpenfutter und Parasitenschutz versorgen, soweit er dies zulässt. Er und seine Frau halten unsere Maßnahmen für überflüssig. Sie füttern alle Tiere mit Pasta und Küchenabfällen und halten das für absolut ausreichend. Die Kinder der Familie sind einsichtiger als die Eltern und wir versuchen sie etwas zu sensibilisieren, damit sie auf die Kleinen achtgeben und dafür sorgen, dass sie bei der Fütterung nicht von den anderen Hunden verdrängt werden und dass immer ausreichend Wasser vorhanden ist.

Immerhin konnten wir erreichen, dass die beiden Muttertiere sterilisiert wurden, ein Rüde wurde bereits kastriert und ein anderer Rüde dort soll noch kastriert werden. Damit ist hier zumindest kein weiterer Nachwuchs zu erwarten.
Die vier bei uns verbliebenen Welpen haben zwischenzeitlich ihre erste Impfung erhalten und einer konnte bereits vermittelt werden an ein junges Paar aus Manduria. Es sind Bekannte von Giulia, die ein Auge darauf haben wird, dass der kleine Timber es gut angetroffen hat und dort gut versorgt wird.


Ein weiterer schlimmer Vorfall war der Tod der kleinen Lola, die aus dem Wurf der anderen Hündin desselben Besitzers stammte. Zusammen mit ihrem Bruder Leo sollte sie in wenigen Wochen nach Deutschland ausreisen. Alle Impfungen und Formalitäten waren bereits erledigt und wir hatten für die Zwischenzeit für die beiden Kleinen einen schönen Platz bei Freunden gefunden. Dort haben sie sich sehr wohl gefühlt und konnten sich auf dem großen Grundstück und den Nachbargrundstücken ungehindert bewegen. Dies wurde ihr dann letztlich aber zum Verhängnis. Irgendwo in der Umgebung muss sie wohl ein Pflanzengift aufgenommen haben. Wir waren mit ihr in der Tierklinik von Taranto, aber man konnte Lola nicht mehr helfen. Wir sind unendlich traurig.


Wir mussten gerade in diesen letzten Tagen erleben, dass zum aktiven Tierschutz nicht nur die positive Erfahrung gehört, etwas Sinnvolles zu tun und die Dankbarkeit der Tiere als Lohn zu empfangen. Leider gehört auch die Verarbeitung vieler Rückschläge dazu.

4 Responses to “Schwierige Tage”

  1. Susanne Roma-PIetsch

    Liebe Iris und das gesamte Team,
    ich glaube Euch wie fertig und enttäuscht Ihr seid. Mir sthen selber gereade die Tränen in den Augen….
    Das Alles muss erstmal verarbeitet werden….
    Ganz liebe Grüße
    und natürlich hoffe ich , das Ihr nicht aufgebt
    Bis BAld
    Susanne

    • Liebe Susanne, natürlich geben wir nicht auf. Es kommen auch wieder bessere Tage und wir werden hoffentlich noch vielen Tieren gemeinsam hier helfen können.

  2. Susanne

    Als ich die Fotos von Lola wieder gesehen habe sind schon wieder die Tränen geflossen………und noch mehr habe ich daran zu knabbern das es bei uns passiert ist und sie bei uns nur zur Pflege war….nun beobachte ich Leo noch mehr und insensiver und bin bei jedem veränderten Atemgeräusch in Alarmbereitschaft….die Verarbeitung wird wohl noch eine Weile dauern……..
    Aber wegen der anderen Hunde……..lasst Euch nicht unterkriegen nur weil manche Italiener mit den armen Hunden Geschäfte machen wollen………Ihr macht das so super…….das für Euch nur noch eine große Bewunderung zuteil wird………..macht ruhig weiter so und wenn wir helfen können…..dann sind wir auch dabei……
    Trotzdem noch einen schönen Sonntag,

    Susanne und Claus

    • Das war für uns alle schwer zu verkraften. Aber manchmal läßt es sich einfach nicht verhindern. Lola hatte bei Euch eine wunderbare Zeit und wir sind Euch sehr dankbar für Eure Hilfe und Unterstützung.

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