Welpen, Welpen, Welpen …

Derzeit werden fast täglich auf den Straßen und auf verlassenen Grundstücken neue Welpen entdeckt. Oftmals sind sie in einem sehr schlechten Zustand.
An einer Straße, die glücklicherweise nicht sehr befahren ist, lebt eine Schäferhündin mit ihren 6 Welpen. Die Hunde machen einen recht guten Eindruck, sind nicht zu dünn und offensichtlich nicht von Parasiten befallen. Junge Leute aus der Umgebung kümmern sich hier um die Tiere. Wir helfen ein wenig mit Futter.

Einen der Welpen nehmen wir nach Absprache mit den jungen Leuten mit auf unser Grundstück. Es ist eine schwarze Hündin, die hier schwer vermittelbar sein wird. Da unsere kleine Lola, für die wir bereits einen Platz in Deutschland gefunden hatten, ja leider wie berichtet an einer Vergiftung gestorben ist, wird Lisa, wie wir die kleine Hündin getauft haben, jetzt diesen Platz bekommen. Sie ist bereits geimpft und wir können alle Formalitäten für die Ausreise noch erfüllen.  Anfänglich noch schüchtern ist sie inzwischen sehr menschenbezogen und hat sich mit den bei uns zur Zeit noch lebenden Diana-Welpen schnell angefreundet. In einer Woche wird sie dann zusammen mit Leo nach Deutschland reisen.

Auf einem Privatgrundstück wurden uns Welpen gemeldet, die kurz vorm Verhungern und Verdursten waren. Die Nachbarn schauten tatenlos zu. Da das Tor nicht abgeschlossen war konnten wir sofort erste Hilfe leisten und die Tiere mit Futter und Wasser versorgen.

Genny hat direkt zu den Behörden Kontakt aufgenommen und die Situation geschildert. Wie so oft erklärte sich keiner für zuständig, auch die Polizei wollte hier erst einmal nicht eingreifen. Man muss die Zuständigkeit erst klären, vielleicht schickt man dann nächste Woche jemanden dort vorbei.
Als wir dann abends wieder am Grundstück sind um einen besonders krank wirkenden Welpen abzuholen und zum Tierarzt zu bringen ist das Tor verschlossen. Auf unser Klingeln und Rufen hin meldet sich keiner. Also klettern wir über die Mauer und versuchen die Kleine einzufangen. Viel Zeit hat sie nicht mehr, wir können da nicht auf die Behörden warten. Es ist nicht einfach, den menschenscheuen Welpen zu erwischen und das Grundstück ist sehr weitläufig. Die kleine Hündin wehrt sich massiv und beißt um sich. Dann gelingt es aber doch, Valentina und Ange müssen sich mit ihren davon getragenen Bisswunden später beschäftigen.
Beim Tierarzt stellt sich heraus, dass die Kleine über 40° Fieber hat, übersät ist mit Parasiten und völlig unterernährt und dehydriert ist.

Da der Arzt zur Zeit keine Plätze für die Unterbringung mehr zur Verfügung hat, nimmt Genny die kleine Hündin (wir haben sie Cleo getauft) mit zu sich nach Hause, wo sie isoliert von Gennys eigenen Hunden vorübergehend auf dem Balkon unterbracht wird.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten frisst und trinkt Cleo dann aber recht gut. Nach 3 Tagen sinkt dann auch endlich das Fieber und langsam erholt sie sich.


Auch die auf dem Grundstück verbliebenen Hunde, ein erwachsener Rüde und vier weitere Welpen, werden natürlich weiterhin von uns über die Mauer hinweg versorgt. Den Besitzer des Grundstücks konnten wir bisher noch nicht erreichen, aber der Nachbar, der sich nun auf einmal auch einmischt, teilt uns mit, dass der Grundstückseigentümer damit einverstanden sei, dass wir die Hunde versorgen, da er selbst dazu nicht in der Lage sei. Letztlich sind wir froh, wenn die Hunde auf dem Grundstück bleiben dürfen. Vielleicht bekommen wir noch einen Schlüssel für das Tor.

Ein weiterer Notruf erreicht uns, es wurden wieder gerade geborene Welpen gesichtet, die mit ihrer Mutter in einem Erdloch leben. Hier ist der Besitzer des Grundstücks verantwortungsbewusster, er kümmert sich mit um die Versorgung der Hundefamilie.

An einer stark befahrenen Straße haben wir einige Katzenwelpen entdeckt, die hier wohl in einer kleinen Hütte leben. Auch hier hinterlassen wir Futter und Wasser, die Tiere scheinen jedoch noch anderweitig versorgt zu werden. Wir werden das im Auge behalten.


Wir werden uns bemühen, möglichst viele Welpen hier zu vermitteln, es gibt auch hier nette und tierliebe Menschen. Oft trifft man sie beim Tierarzt, wenn sie mit ihren Hunden verantwortungsvoll zu Untersuchungen gehen. Ganz häufig sprechen sie uns auf unsere Welpen an, die wir gerade zum Impfen bringen. So wurde nun auch Angelino vermittelt, in den sich eine junge Frau dort verliebt hat. Wir haben ihr heute nach einer Vorkontrolle Angelino überbracht, der hier im Haus leben darf, einen Hundekumpel hat, einen eigenen Garten und ein großes Feld am Grundstück, wo sie mit den Hunden spazieren geht.

IMG_3752 (700x467)
Die Hunde- und Katzenmütter wollen wir sterilisieren lassen, sobald sie abgesäugt haben. Bei Straßenhunden ist die Gemeinde für die Kastrationen zuständig. Man muss jedoch dafür sorgen, dass man einen Termin bekommt, dass die Tiere eingefangen und zu den entsprechenden Kastrationsorten gebracht werden, meist findet das im Canile statt. Nach einigen Tagen müssen sie dann an ihren alten Platz zurückgebracht werden. Dies alles geschieht nur, wenn man sich darum selber kümmert. Oftmals bekommt man keinen Termin und man muss die Tiere auf eigene Kosten kastrieren lassen.
Auch die meisten Privathunde sind hier unkastriert auf den Straßen unterwegs. Hier gilt es die Eigentümer zu überreden. Vielen fehlt die Einsicht und oft auch das Geld. Dann übernehmen wir auch einen Teil der Kosten. Es ist der einzige Weg die Zahl der notleidenden Welpen zu reduzieren.

Schreibe einen Kommentar